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Mein Freund Anton ... von A. Klostermann Ich habe hier eine Geschichte, die schon lange Geschichte ist. Vor etwas mehr als 9 Jahren kaufte ich mir meinen Anton, der eigentlich eine Hündin und ein Zwerg sein sollte. Aber alles kam anders - weil es keine Hündin gab, nahm ich einen Rüden und Anton wurde groß und größer...... Vor ein paar Jahren bekamen wir "klein Antönchen", er wurde unser zweites Söhnchen ! Genauso chaotisch, schmutzig und ungehorsam. Mehr wie einmal er dreckig und zerfetzt nach Hause kam. Anton wuchs sehr schnell heran, wurde groß und leider recht rund, unser Familienleben wurde durch ihn mehr wie bunt. Klein Anton wurde nun GROSS ANTON - und er verfolgte unsere Erziehungsversuche mit blankem Hohn. |
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Man überredete uns zur Spurlautprüfung, anschließend versuchten wir es mit der richtigen Hundeführung ?! Anton durch den Streß inzwischen geworden ganz dünn, hatte für die Gehorsamsübungen so gar keinen Sinn. Nun wurde gestöbert in Feld und Wald - hey, was für´n Gaudi, all dieses brachte sehr großen Spaß schon bald. Nun begannen wir sogar mit den Schweißübungen, ich hatte mich zur Farbe "grün" nur recht schwer durchgerungen. Am Anfang mit gepunkter Leggings und roten Schuh`n, Kieler-Woche-Hut und schrillem Shirt - man, hatten die mit mir zu tun. Langsam akzeptierte ich des Waldes Sitte und ich trug des Jägers Tracht, Anton und ich haben alles, was man von uns verlangte, brav mitgemacht. Es ging kreuz und quer durch den Wald von Schierensee. Wir staunten, wie unsere Hunde ans Ziel kamen - trotz Verleit vom Reh. Von meinen Freunden war ich schon als "Waldschrat" verschrien, am Wochenende ich zu Hause oft nur noch als Gast erschien. Mein Anton freute sich auf jeden Samstag tierisch schon, dicke Küsse, treue Augen, recht gute Arbeit - mein schönster Lohn. Wir Hundeführer tauschten aus die gesammelte Erfahrung, mit Pillen, Spray´s und der richtigen Hundenahrung. Es wurde probiert - hört mein Süßer nun besser auf Herrchen oder mich? also, ich sag´s Euch - so schlimm sind nicht mal junge Eltern unter sich !! Anton erschien nun etwas reifer und erfahrener geworden, wir melden zur Schweißprüfung - und wer hofft da nicht auf einen Orden !? Leider fand er Mäuse, Rehe, Hasen und jeden Hochsitz viel interessanter, im Kreise, kreuz und quer, hin und her mit mir rannte er. Auf den Hinterläufen hüpft er durch den Wald hin und her, den Schweißriemen völlig verknotet - ich konnt´ nicht mehr. Den Richtern wurde die Sache bald zu dumm, wir brachen ab - ich nahm die Sache Anton aber nicht krumm. Nichts mit Orden und Hallalie, trotz aller guten Worte, Lockungen wobei ich manchmal auch schrie. | |
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Aber wir gaben nicht auf - ganz im Gegenteil - wir setzten noch einen drauf. Aus eins macht zwei - ab sofort war auch noch meine Bella immer dabei. Da bekanntlich ja alle Hundebesitzer eine "kleine Macke" haben, sah man mich ab sofort mit zwei Teckeln durch die Lande traben. Bestimmt noch weniger Zeit für die Daheimgebliebenen, aber mein Anton und meine Bella haben da für mich so entschieden. 9/92 Anton mit 18 Mon. nun wohl schon erwachsen geworden, bereitet uns mit dem Gehorsam kaum noch Sorgen. Er muß schließlich seiner kleinen Freundin ein gutes Vorbild sein, läuft jetzt auch auf allen vier seiner Bein, konzentriert sich bei seiner Arbeit in Feld und im Wald, macht vor keiner noch so großen Aufgabe halt. Wir haben Has und Fuchs erfolgreich gejagt, doch nun wird er öfters vom Liebeskummer geplagt. Leider ist Bella noch so klein, Frauchen sagt immer: Anton hör´ auf, Anton laß es sein. Naja, aber das darf er - am Öhrchen knappern und schlecken, lustiger ist aber, Sonntags ganz früh die Familie zu wecken. Den Garten umzugraben, die frischgepflanzten Blümchen wieder pflücken, hach - mit Bella kann Anton die schönsten Späße aushecken. Neuerlernte Judogriffe werden sofort erprobt, dann mit schmutzigen Pfoten durch die frisch gemachten Betten getobt. Jeden Samstag geht es dann mit vielen Freunden in den Wald, es macht einen riesigen Spaß - auch wenn da einer mit der Waffe rumknallt. Bei Wind und Wetter, bei Sturm und Regen, Samstag´s darf sich bei uns keiner auf sein faules Fell oder auf die faule Haut legen. So ein Dackelleben zu zweit - ach, ihr Menschen - ist das eine herrliche Zeit !! 5/93 | |
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Nun ist mein Anton schon ein älterer Herr mit neun Jahren, und er konnte sich all seine Liebenswertigkeit bewahren. Er ist mein kleiner, rauflustiger Chaot geblieben, aber - könnt ich ihn je anders lieben ??? Ich hoffe, daß dieser Hund noch lange diese Welt belebt, mit soviel Seele, Liebe und Zuneigung die er für seine Mitmenschen/hunde hegt. 6/00 Anton ist jetzt fast 17 Jahre alt, und hinterläßt hier und da schon mal "etwas", seine Hinterhand wird beim Laufen ein wenig steifer - aber sonst kerngesund ! Keine Pillen, kein Wehwehchen, gesegneten Appetit - weiß auf die Minute genau wann es Essenszeit ist. So manchen tag habe ich gedacht: "mein lieber Anton, willst Du uns verlassen?" Am nächsten Tag stand er am Fenster und wartete bis ich von der Arbeit komme....... Er bleibt so lange, bis es wirklich nicht mehr geht, oder der liebe Gott ihn zu sich holt. März 2008 Anton geht es schlechter, seinen 18ten Geburtstag feiert er noch sehr lebendig bei gutem Futter. Am 16.06.09 muß ich eine schmerzliche Entscheidung fällen. Er geht nicht von allein .. also muß ich mit ihm zum Tierarzt. Sein Herz ist ist schon ganz schwach. Er weint ... mein armer Junge ... macht den Abschied um so schwerer. Aber dann ging es ganz schnell und das Leid hatte ein Ende. Wir haben ihn bei uns im Revier begraben. Dort hat er sich vor Jahren mal von der Leine losgerissen und hat den Wald "genossen". Es ist so still und leer zu Hause. Er fehlt ... |
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