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Bundessiegersuche in Chorin von Alexandra Klosteramnn 1996 Zum 6. Mal veranstaltete der Deutsche Teckelklub e.V. (DTK) am 14.Sept.96 in der Schorfheide in Chorin die schwierigste aller Schweißprüfungen im DTK. Insgesamt war es die 21. Bundessiegersuche des DTK. In den Jahren vor der Wiedervereinigung fand die Siegersuche im Reinhardswald statt. Im Choriner Klosterforst ist Schwarz-, Dam,- Rot,- Reh- und Muffelwild zu finden. Außerdem Hase und Fuchs. Das Gelände ist eines der schwierigsten Reviere und die Bundessiegersuche soll uns die Spitze der Teckel im Nachsucheneinsatz zeigen. Diese Veranstaltung ist weder Selbstzweck noch gar ein sportlicher Wettkampf. Um an dieser Prüfung teilnehmen zu können, mußte der norddeutsche Teckel die 40 Std.Schweißprüfung, sowie eine Auswahlsuche im wildreichen Segeberger Forst (bis zu 7 Wildarten) als Tagesbester bestehen. In diesem Jahr hatten meine Hündin Annabell und ich die ehrenvolle Aufgabe den Landesverband Nord im DTK in Chorin zu vertreten. Wir übten vorher im Rotwildrevier auf der getupften, 20 Std. Kunstfährte. Um optimale Bedingungen für Hund und Führer zu haben, fuhren wir schon am Montag vor der Prüfung in die Schorfheide. Da meine Nervosität ständig zunahm, versuchten mein Mann und einige mitgebrachte "Daumendrücker" mich abzulenken, indem wir uns die wild- und waldreiche Umgebung anschauten. Wald ohne Ende, alle paar Meter frische Wildwechsel. Auf der Suche nach der Schorf"heide" wurde uns erklärt: Schorfheide bedeutet hierzu Lande "Wald". Heide, wie wir sie aus der Lüneburger Heide kennen, wird man nur ganz vereinzelt finden. Unsere Hunde genossen die für Hundenasen voller interessanter "Düfte" nach den vielen Wildarten riechenden Spaziergänge. Mit lautem Gejiffe wurde jeder frische Verleit uns gemeldet. Mehrfach wechselte das Wild direkt vor uns das Gelände. Nur meine arme Annabell war zum Gehorsam angehalten worden, welches ihr unheimlich schwer fiel. Ich wollte meinen fährtensicheren Hund nicht so kurz vor der Prüfung noch zum Stöbern animieren. Der Tag der Prüfung rückte aber unerbittlich näher und mein Unbehagen in der Magengegend wuchs unerträglich. Der Freitagabend war in unserem Hotel in Joachimsthal, direkt am schönsten See der Mark Brandenburg, dem Werbelinsee, als "zwangloser" Begrüßungsabend angesagt. Der Schirmherr der Chorin-Suche, Herr Paul Finger, Vizepräsident vom LJV Berlin, begrüßte die DTK-Obrigkeiten, den Prüfungsleiter, Herrn Meister aus Berlin, die Richter, die Hundeführer und Gäste. Es waren alle 16 Bundesländer mit einem Hundegespann vertreten. Nach dem gemeinsamen Essen: "Schorfheider Wildspezialitäten", stellten sich alle Beteiligten den Anwesenden vor. Von den Gespannen mußte sich des LV Nord als Erstes vorstellen. Schnell brachte ich diese Aufgabe hinter mich. Pünktlich ging es diesen Abend in die Federn. Eine schier endloslange, schlaflose Nacht begann. Frühstück war für morgens um 6.00 Uhr angesetzt. Um 7.00 Uhr hieß es aufsitzen, denn um 8.00 Uhr war Treffen im historischen Zisterziener-Kloster von Chorin. Nach alter Tradition begrüßten die Jagdhornbläser die jagdliche Gesellschaft. Um uns herum waren die verschiedensten Mundarten zu hören. Die Hundeführer zogen die Losnummern und wurden den drei Richtergruppen zugeteilt. Ich zog die Losnummer 14, und war somit 3. Hund in der Richtergruppe drei. Also wieder warten. Wir Hundeführer bekamen kurz die letzten Instruktionen und die Gäste wurden angewiesen, die Gespanne auf der Fährte nicht zu behindern. Auf dieser Siegersuche ist es üblich, daß mehrere Gäste die Gespanne auf der Fährte begleiten dürfen. Natürlich mit genügendem Abstand. Der erste Hundeführer kam mit einem Bruch an seinem Hut wieder. Erleichterung in allen Reihen. Dann die Meldung: ein Hundegespann hat nicht gefunden. |
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Ich wurde nun auch ins Revier gefahren, in dem meine Fährte ausgesteckt war. Dort kam mir ein Hundeführer entgegen - auch nicht gefunden. Oh, was für ein Anfang. Das Richtertrio versuchte mich ein wenig aufzuheitern. Beklommen ging ich mit meiner Hündin zum Anschuß, legte sie ein paar Meter davor ab, kontrollierte den Anschuß ordnungsgemäß und versuchte etwas Schweiß in der Fluchtrichtung auszumachen. Aber der nächtliche Regen hatte alles in den Boden gespült, und bei getupften Fährten läßt sich ohnehin kaum Schweiß wiederfinden. Die Witterung im Boden war aber durch die Feuchtigkeit optimal. Ich legte Annabell den Schweißriemen an, nahm die Führleine ab und trug meine Hündin zum Anschuß. Annabell nahm die Fährte sofort auf und arbeitete penibel genau die Fährte von Wundbett zu Wundbett. Kontrollierte kurz die zahlreichen Verleitungen, um dann sofort wieder zielsicher weiterzuarbeiten. Hin und wieder ein kräftiges Loben nach besonders schwierigen Stellen und nach 50 Minuten lag vor mir das Stück. | |
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Überglücklich und erleichtert liebelte ich meinen Hund ab und machte ihn genossen. Die Gratulationen der Richter und den Fährtenbegleitern nahm ich gerne entgegen. Der Richterobmann, Herr Wöhlert, bestätigte mir dann, daß meine Hündin sehr fährtenrein gearbeitet hatte. (Zitat von Herrn Wöhlert: die Führerin ist mit dem Hund verwachsen; sie hat volles Vertrauen zu ihrem Teckel; sichere Arbeit vom Anschuß bis zum Ende, ohne auch nur einmal den Blick vom Teckel abzuwenden). Ich hatte mich wieder einmal auf Annabell 100 % tig verlassen können. Das Signal "Rehtot" und das Überreichen des Bruches für Führer und Hund waren für mich erst einmal krönender Abschluß dieser Arbeit. |
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Von den wartenden Gästen und Hundeführern im Wirtschaftshof der Oberförsterei Chorin wurden mein Hund und ich stürmisch empfangen. Tränen der Freude flossen. Wie ein Lauffeuer ging die Nachricht durch das gesamte Lager. Annabell hat wohl 100 Punkte erreicht. Ich mochte aber so recht daran noch nicht glauben. Inzwischen hatten schon viele Gespanne ihre Arbeit beendet. Einige hatten gefunden, andere leider nicht. Das Ende der Chorin-Suche rückte näher und einige Gesten und Bemerkungen der Anwesend ließen mich Schlimmes/Schönes erahnen. Bei der abendlichen Preisverteilung im Innenhof des Klosters mußten wir leider feststellen, daß 6 Gespanne das Prüfungsziel nicht erreicht hatten. Annabell und ich wurden jedoch mit dem einen der 3 Titel des Bundessuchensiegers 1996 ausgezeichnet. Weitere Bundessuchensieger wurden eine Hündin aus dem LV Mecklenburg-Vorpommern und eine Hündin aus dem LV Rheinland-Pfalz-Saarland. Der Titel des Bundessuchensiegers ist das letzte Mal vor "19 Jahren" nach Norddeutschland vergeben worden. Der krönende Abschluß sollte aber noch kommen. Ich erhielt die Führerauszeichnung des Deutschen Teckelklubs. Für mich, als Nichtjagdscheininhaber, ein ganz besonderer Preis. Diese Tatsache, daß ich als Nichtjäger beide Titel des DTK mir mit meiner Hündin erarbeitet hatte, löste unter einigen wichtigen Herren doch sehr heftige Diskussionen aus. Mir wurde versucht klar zu machen, wie wichtig in meinem fall doch der Jagdschein sei, da ich mit meiner Hündin schon mehrere Naturnachsuchen hatte. | |
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Ich habe noch lange die Jagdhörner zwischen den Klostermauern von Chorin im Ohr gehabt mit dem letzten Signal des Tages, dem der Jagd vorbei. Chorin, ein Erlebnis ganz besonderer Art. Wohl dem, der an diesem Tage dabei war, ob Suchensieger oder nur Dabeigewesener, diese so straff durchorganisierte Prüfung miterleben zu dürfen. Ich habe lange gebraucht, diese Tage in Chorin zu verarbeiten. Ein ganz besonderes Dankeschön allen Beteiligten, die dazu beitrugen, daß diese Chorin-Suche mal wieder so erfolgreich durchgeführt werden konnte. Ich war bestimmt nicht das letzte Mal dort. |
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1998 Nachzutragen sei an dieser Stelle, daß ich inzwischen auch zu den Jagdscheininhaben gehöre, trotz anfänglich heftiger Gegenwehr meinerseits. Herr Struss gratulierte mir durch ein persönliches Anschreiben, welches sich auch noch heute in meinen Unterlagen befindet. |
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Bilder aus dem letzten Jagdjahr 2007/08 | |
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Und ... jetzt haben wir das Jahr 2008 - und es hat noch kein anderer Hund aus dem LV Nord geschafft, den Titel des BSs seither nach Norddeutschland zu holen !!! Den Führerpreises konnte im Jahr 2007 unser 1. Vors. Thomas Petersen in die Gruppe Probsteierhagen holen. Bella macht noch in jedem Jahr, jetzt auch mit fast 16 Jahren eifrig ihre Nachsuchen. Nicht mehr so schwere und nur noch Totsuchen - aber Hut aber vor dieser Nase. Waidmannshail Bella !! |
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